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Keywords gruppieren in Excel

Vier Methoden, mit denen sich eine Keyword-Liste in Excel oder Google Sheets tatsächlich gruppieren lässt, die Pivot-Tabelle, die daraus eine Auswertung macht — und eine ehrliche Antwort darauf, wann die Tabelle das falsche Werkzeug ist.

Aktualisiert am 28. August 2026·10 Min. Lesezeit

Die meisten Artikel über Keyword-Gruppierung in Excel sind Werbung mit einer angeschraubten Formel. Hier ist es andersherum: Die Formeln funktionieren wirklich, und die Grenze am Ende ist genauso real. Wenn du ein paar hundert Keywords hast und die Kategorien deines Themas ohnehin kennst, ist eine Tabelle die richtige Antwort und du brauchst nichts herunterzuladen.

Der Aufbau, von dem dieser Ratgeber ausgeht

Spalte A enthält deine Keywords ab A2, Spalte B das monatliche Suchvolumen. Ein zweites Tabellenblatt namens Gruppen enthält deine Gruppennamen in A2:A60.

Kurz zu den Funktionsnamen

Alle Formeln stehen in den deutschen Funktionsnamen und mit Semikolon als Trennzeichen, so wie ein deutsch eingestelltes Excel sie erwartet. Der englische Name steht jeweils in Klammern dahinter. Läuft dein Excel auf Englisch, findest du dieselben Formeln in der englischen Fassung dieses Ratgebers — dort auch zwei kompaktere Array-Formeln für Excel 365.

Methode 1 — Keywords gegen eine Gruppenliste abgleichen

Das ist der Keyword-Grouper, den die meisten eigentlich suchen. Du schreibst die Gruppennamen einmal auf, und jedes Keyword bekommt automatisch jeden Gruppennamen angehängt, der darin vorkommt.

Trag auf dem Blatt Gruppen deine Gruppen untereinander ein: espresso, cold brew, mühle, preis, vs, rezept. Dann in C2:

=TEXTVERKETTEN("; "; WAHR;
   WENN(ISTZAHL(SUCHEN(Gruppen!$A$2:$A$60; A2)); Gruppen!$A$2:$A$60; ""))

TEXTVERKETTEN = TEXTJOIN · ISTZAHL = ISNUMBER · SUCHEN = SEARCH · WENN = IF

Formel nach unten ziehen. Jedes Keyword trägt jetzt alle Gruppennamen, die darin gefunden wurden. SUCHEN unterscheidet keine Groß- und Kleinschreibung, was hier genau richtig ist. In Excel 365 und Google Sheets läuft die Formel ohne Zutun; in Excel 2019 oder älter bestätigst du sie mit Strg+Umschalt+Eingabe.

Zwei Ergänzungen, die sich sofort lohnen:

Methode 2 — Die Gruppen aus den Daten lesen

Die Gruppenliste aus dem Kopf zu schreiben ist der Weg zu vierhundert Zeilen OHNE GRUPPE. Besser, du liest die Gruppen erst einmal aus den Keywords heraus.

Der robusteste Weg dafür ist eine Hilfsspalte mit dem jeweils ersten Wort. In E2:

=TEXTVORHER(A2 & " "; " ")

TEXTVORHER = TEXTBEFORE. Das angehängte Leerzeichen verhindert einen Fehler bei Keywords aus nur einem Wort.

Zweiwort-Kombinationen gruppieren meist besser als einzelne Wörter. Dafür in F2:

=TEXTVORHER(A2 & "  "; " "; 2)

Jetzt eine Pivot-Tabelle über Spalte E oder F mit Anzahl als Wert, absteigend sortiert. Die obersten dreißig Einträge, abzüglich Füllwörter wie „wie“, „was“ und „für“, sind deine Gruppenliste. Kopier sie ins Blatt Gruppen und geh zurück zu Methode 1.

Das kostet zehn Minuten und liefert eine deutlich bessere Gruppenliste als Raten. Wer Excel 365 auf Englisch nutzt, findet in der englischen Fassung eine Einzelformel, die dieselbe Häufigkeitsliste ohne Hilfsspalte erzeugt.

Methode 3 — Nach Suchintention einteilen

Die Suchintention ist das Eine, was eine Tabelle fast so gut hinbekommt wie alles andere — weil Intention tatsächlich an bestimmten Wörtern hängt.

Leg dafür ein Blatt Signale an: die Transaktionssignale in A2:A20 (kaufen, preis, günstig, bestellen, gutschein, angebot), die kommerziellen in B2:B20 (beste, test, vergleich, alternative, erfahrungen, bewertung) und die navigationalen in C2:C20 (in der nähe, öffnungszeiten, login, kontakt). Dann in D2:

=WENNS(
   ODER(ISTZAHL(SUCHEN(Signale!$A$2:$A$20; A2))); "Transaktional";
   ODER(ISTZAHL(SUCHEN(Signale!$B$2:$B$20; A2))); "Kommerziell";
   ODER(ISTZAHL(SUCHEN(Signale!$C$2:$C$20; A2))); "Navigational";
   WAHR; "Informationell")

WENNS = IFS · ODER = OR · WAHR = TRUE

Die Signale in Zellbereichen statt direkt in der Formel zu halten hat zwei Vorteile: Du kannst sie ohne Formelbearbeitung erweitern, und du umgehst die Matrixkonstanten, deren Trennzeichen sich je nach Spracheinstellung unterscheiden.

Zwei Fallen: SUCHEN findet einen Treffer an jeder Stelle, also erwischt "test" auch Kontext und "preis" auch Preisvergleich — Letzteres willst du, Ersteres nicht. Und die Reihenfolge zählt: WENNS nimmt die erste zutreffende Bedingung, deshalb stehen Transaktionssignale über den kommerziellen.

Rund drei Viertel jeder Keyword-Liste landen bei „Informationell“. Das ist normal. Interessant ist, welche deiner Gruppen einen auffällig hohen kommerziellen Anteil haben.

Methode 4 — Mit einer Pivot-Tabelle auswerten

Gruppieren nützt erst etwas, wenn du die Summen siehst. Markiere A1:F2000 und geh auf Einfügen → PivotTable. Die Gruppenspalte in Zeilen, das Suchvolumen in Werte als Summe, die Keyword-Spalte in Werte als Anzahl, die Intention in Spalten.

Worauf du achtest, ist nicht die größte Gruppe. Es ist ein hohes Volumen, verteilt auf wenige Keywords — das ist ein Thema, das eine gute Seite realistisch holen kann. Gruppen mit hunderten Keywords sind meist umkämpft und langsam.

Welche Methode für welche Liste

MethodeAufwandGut fürScheitert, wenn
Abgleich gegen GruppenlisteMittel, dauerhaftListen, deren Kategorien du kennstStändig neue Keywords ohne Gruppe ankommen
WorthäufigkeitGering, einmaligHerausfinden, welche Gruppen es geben sollteFüllwörter die Häufigkeitsliste dominieren
Intentions-KategorienGeringJede Liste, als zweite DimensionDie Intention nur mitgemeint ist
Semantisches ClusteringKeiner, automatischListen über ~1.000 oder unbekannte ThemenfelderDu Googles eigenes Urteil zu zwei Suchanfragen brauchst

Wo die Tabelle aufhört

Jede Methode oben vergleicht Zeichen. Das ist die Obergrenze, und sie liegt niedrig. Drei Keywords von einer Kaffee-Website:

„cold brew verhältnis“ · „cold brew selber machen“ · „eiskaffee rezept“

Ein SUCHEN nach „cold brew“ erwischt die ersten beiden und verfehlt das dritte komplett — obwohl alle drei denselben Artikel wollen. „günstige flüge berlin“ und „billige tickets nach berlin“ teilen ein Wort. „SERP“ und „Suchergebnisseite“ teilen keines. Keine Formel repariert das, weil die nötige Information nicht in den Zeichen steckt.

Die zweite Grenze ist der Pflegeaufwand. Eine Gruppenliste ist Software, die dir jetzt gehört. Jeder neue Export bringt Formulierungen, die sie nicht abdeckt, der Stapel OHNE GRUPPE füllt sich wieder, und der Nutzen jedes weiteren Tags sinkt, während die Kosten gleich bleiben. Irgendwo zwischen tausend und zweitausend Keywords kreuzen sich diese Kurven, und die Tabelle wird still und leise zur teuren Variante.

Der ehrliche Test

Sortier nach deiner Spalte OHNE GRUPPE. Liegt sie unter etwa 5 % der Zeilen und bleibt zwischen zwei Exporten dort, bleib bei Excel. Steigt sie mit jeder Datenaktualisierung, ist die Liste dem Zeichenabgleich entwachsen.

Was ein Keyword-Grouper stattdessen macht

Gruppieren nach Bedeutung funktioniert anders. Jedes Keyword wird in einen Vektor umgewandelt — eine Zahlenreihe, die es in einem Raum positioniert, in dem Abstand für Bedeutungsunterschied steht — und Begriffe, die nah beieinanderliegen, bilden eine Gruppe. Ein Modell, das mit genug Text trainiert wurde, hat gelernt, dass „SERP“ und „Suchergebnisseite“ zusammengehören, ohne dass eine Gruppenliste das sagen müsste.

Genau das macht Graph My Keywords — und zwar in deinem Browser-Tab: Das Modell wird einmal geladen und läuft danach auf deinem eigenen Gerät, die Keyword-Datei wird also nie hochgeladen. Das zählt mehr, als es klingt, wenn die Liste einem Kunden gehört und das Einfügen in eine Web-App sonst einen Auftragsverarbeitungsvertrag bräuchte. Bis 5.000 Keywords kostenlos und ohne Anmeldung, größere Listen auf Anfrage ebenfalls.

Praktisch ersetzt das die Methoden 1 und 2 komplett und behält Methode 4. Dieselbe CSV hineinziehen, Gruppen bekommen, die du nicht benennen musstest, und sie als CSV zurück in genau die Pivot-Tabelle exportieren, die du ohnehin bauen wolltest.

Es ist nicht in jeder Hinsicht besser. Eine Tabelle gibt dir exakte, nachvollziehbare Regeln — enthält ein Keyword „preis“, landet es in der Preis-Gruppe, jedes Mal. Semantisches Gruppieren ist ein guter Entwurf einer Maschine, die deinen Markt nie gesehen hat, also prüfst du ihn. Und keiner der beiden Wege sieht Live-Suchergebnisse, was genau das ist, wofür die teuren SERP-Überschneidungs-Tools bezahlt werden.

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Keywords gruppieren

Häufige Fragen

Kann man Keywords in Excel gruppieren?

Ja, und bis etwa tausend Keywords ist das eine völlig vernünftige Entscheidung. Gegen eine Gruppenliste abgleichen mit SUCHEN und TEXTVERKETTEN, die Gruppenkandidaten aus einer Worthäufigkeit lesen, die Intention mit WENNS einteilen, per Pivot auswerten. Die vier Abschnitte oben sind die ganze Methode.

Welche Formel eignet sich zum Gruppieren von Keywords?

=TEXTVERKETTEN("; ";WAHR;WENN(ISTZAHL(SUCHEN(Gruppen!$A$2:$A$60;A2));Gruppen!$A$2:$A$60;"")). Sie liefert jeden im Keyword enthaltenen Gruppennamen statt nur den ersten — ein Keyword darf also zu zwei Gruppen gehören, und die Hauptgruppe holst du dir danach mit TEXTVORHER.

Gibt es einen kostenlosen Keyword-Grouper?

Ja — diesen hier. Er gruppiert nach Bedeutung statt nach gemeinsamen Wörtern, ist bis 5.000 Keywords kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar und läuft komplett im Browser, es wird also nichts hochgeladen.

Brauche ich überhaupt eine Keyword-Grouper-Software?

Für eine kleine Liste, die du gut kennst, nicht. Du brauchst sie, wenn die Gruppenliste mit den Daten nicht mehr Schritt hält, wenn die Liste aus einem Themenfeld kommt, das du nicht gut genug kennst, um die Gruppen zu benennen, oder wenn offensichtlich zusammengehörige Keywords ständig getrennt werden, weil sie kein Wort teilen.

Was ist der Unterschied zwischen Keyword-Gruppierung und Keyword-Clustering?

Im Alltag keiner — gemeint ist dasselbe. Wo unterschieden wird, heißt Gruppierung: nach einem gemeinsamen Wort sortieren, also das, was eine Tabelle tut. Und Clustering: nach Verwandtschaft gruppieren. Die längere Antwort steht hier.

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