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Keywords clustern und daraus einen Content-Plan machen

Ein Keyword-Export sagt dir, wonach Menschen suchen. Er sagt dir nicht, wie viele Seiten du schreiben sollst. Hier ist der komplette Ablauf — exportieren, bereinigen, clustern, priorisieren — in etwa zehn Minuten, ohne dass deine Keyword-Liste den Browser verlässt.

Aktualisiert am 28. August 2026·13 Min. Lesezeit

Wenn du noch nicht sicher bist, was Clustering ist und warum es zählt, fang mit was ist Keyword-Clustering an. Diese Anleitung setzt voraus, dass du überzeugt bist und die Mechanik willst.

Schritt 1 — Keyword-Liste besorgen

Du brauchst eine CSV-Datei mit einem Keyword pro Zeile. Idealerweise gibt es auch eine Spalte mit Suchvolumen, aber Clustering funktioniert auch ohne.

Wenn deine Website schon Traffic hat: Search Console

Das ist die beste Quelle, weil es deine echten Daten sind statt einer Schätzung. Gehe in der Google Search Console auf Leistung → Suchergebnisse, stelle den Zeitraum auf Letzte 12 Monate und dann Exportieren → CSV herunterladen. Die Datei aus dem ZIP, die du brauchst, heißt Queries.csv beziehungsweise Suchanfragen.csv.

Die Search Console begrenzt den Export auf 1.000 Zeilen pro Ansicht. Für mehr filterst du nach Seite oder Land und exportierst mehrmals.

Wenn deine Website neu ist: Keyword-Planer

Der Google Ads Keyword-Planer ist kostenlos und braucht kein Werbebudget, auch wenn dich die Anmeldung Richtung Kampagne drängt. Halte dort nach dem kleinen Link Zum Expertenmodus wechseln Ausschau und dann Konto ohne Kampagne erstellen. Drinnen gehst du auf Tools → Keyword-Planer → Neue Keywords entdecken, gibst drei bis sieben Startbegriffe ein und nutzt Keyword-Ideen herunterladen.

Eine ehrliche Einschränkung: Ohne aktive Ausgaben zeigt Google Volumina als Spannen wie 1.000 – 10.000 statt als exakte Zahlen. Behandle sie als grobe Reihenfolge, nicht als Wahrheit.

Andere Quellen funktionieren auch

Exporte aus Ahrefs, Semrush und dem Keyword-Planer haben alle eine Keyword-Spalte, nur mit anderem Namen. Ein gutes Clustering-Tool erkennt sie automatisch — inklusive der Angewohnheit des Keyword-Planers, eine Titelzeile über die eigentliche Kopfzeile zu setzen.

Schritt 2 — Liste bereinigen

Fünf Minuten hier sparen später eine Stunde. Entferne:

Dubletten kannst du drinlassen — die meisten Tools entfernen sie für dich.

Schritt 3 — Nach Bedeutung gruppieren, nicht nach gemeinsamen Wörtern

Hier stehen dir zwei Methoden zum Gruppieren von Keywords offen. Du kannst nach gemeinsamen Wörtern in einer Tabelle gruppieren — jedes Keyword gegen eine Begriffsliste abgleichen, dann Pivot — was schnell, exakt und für ein paar hundert Keywords völlig vernünftig ist; die Excel-Formeln stehen in einem eigenen Ratgeber. Oder du gruppierst nach Bedeutung, worum es im Rest dieses Schritts geht und was auf einer Liste jeder Größe den Unterschied macht.

Zieh die CSV-Datei in das Tool. Es liest die Datei in deinem Browser, wandelt jedes Keyword mit einem kompakten Sprachmodell in einen Vektor um und gruppiert die, die sich in ihrer Bedeutung nahe sind. Ein paar hundert Keywords dauern Sekunden, ein paar tausend ein bis zwei Minuten — größtenteils für den einmaligen Download des Modells.

Heraus kommt eine Karte. Jede Kugel ist ein Thema, ihre Größe zeigt, wie viele Keywords darin stecken, und Linien verbinden Themen, die zusammengehören. Die kleinen Punkte, die eine Kugel umkreisen, sind deine einzelnen Keywords.

Themenkarte aus 153 Kaffee-Keywords, gruppiert in 26 Themen
153 Kaffee-Keywords, gruppiert in 26 Themen. Jede Kugel ist eine Seite, die du schreiben könntest.

Weil das Modell lokal läuft, wird nichts hochgeladen — was zählt, wenn die Liste einem Kunden gehört und du sonst einen Auftragsverarbeitungsvertrag bräuchtest, um sie in eine Web-App einzufügen.

Schritt 4 — Die Karte lesen, bevor du irgendetwas schreibst

Drei Lesarten, in dieser Reihenfolge.

Nach Chance sortieren

Die nützlichste Sortierung ist nicht „meiste Keywords“, sondern Volumen konzentriert auf wenige Keywords. Ein Thema mit hohem Gesamtvolumen, verteilt auf nur eine Handvoll Begriffe, ist eines, das eine einzelne gute Seite realistisch holen kann. Themen mit Hunderten Keywords sind meist umkämpft und langwierig.

Nach Suchintention einfärben

Stell die Einfärbung auf Suchintention um. Grob drei Viertel jeder Keyword-Liste sind informationell — „wie“, „was“, „Anleitung“. Die interessante Minderheit ist kommerziell („beste“, „vs“, „Alternativen“) und transaktional („kaufen“, „Preis“). In kommerziellen Clustern entscheiden sich Leserinnen und Leser für ein Produkt, sie konvertieren also; informationelle Cluster bauen die Autorität auf, die die kommerziellen überhaupt rankbar macht. Du brauchst beides — und wenn du neu bist, lohnen sich kommerzielle Seiten meist früher, als man denkt.

Lücken gegen einen Wettbewerber prüfen

Wenn du einen Keyword-Export eines Wettbewerbers hast, lade ihn als zweite Datei. Themen, die er abdeckt und du nicht, sind deine Content-Lücken — und meist ein verlässlicheres Signal für die Priorisierung als Volumen allein, denn jemand hat bereits bestätigt, dass sich das Thema lohnt.

Schritt 5 — Cluster in Seiten überführen

Öffne ein Thema, und du bekommst ein Briefing: wie viele Keywords, Gesamtsuchvolumen pro Monat, die Mischung der Intentionen, verwandte Themen für die interne Verlinkung und die nach Volumen sortierte Keyword-Liste. Das reicht zum Schreiben.

Halte für jedes Cluster, das du schreiben willst, Folgendes fest:

FeldWoher es kommt
ArbeitstitelDas repräsentativste Keyword, nicht das größte
IntentionDie Mischung der Intentionen — sie bestimmt die Form des Artikels
Ziel-KeywordsDas komplette Cluster, das zu deiner Gliederung wird
Interne LinksDie verwandten Themen aus dem Briefing
PrioritätCluster-Volumen, Chancen-Score oder Wettbewerbslücke

Exportiere die Cluster als CSV, und du hast einen Redaktionsplan. Exportiere die Karte als PNG, wenn du einem Kunden zeigen musst, warum du elf Seiten vorschlägst statt sechzig.

Schritt 6 — Nutze, was du schon hast

Alles bisher plant neue Seiten. Wenn deine Website bereits Traffic hat, beantwortet derselbe Export meist zuerst eine günstigere Frage: welche Seiten kurz vorm Gewinnen stehen. Zwei Spalten entscheiden darüber — und die meisten exportieren ohne sie.

Search Console mit Position und Seite exportieren

Unter Leistung → Suchergebnisse liefert Exportieren → CSV herunterladen ein ZIP mit getrennten Tabellen. Queries.csv enthält eine Position-Spalte — das allein schaltet die erste Ansicht unten frei.

Die zweite Ansicht braucht etwas, das der Export der Search Console nicht hergibt: die Suchanfrage und die rankende URL in derselben Datei. Queries.csv und Pages.csv sind getrennte Tabellen, aus dem UI-Export lassen sie sich nicht paaren. Drei Quellen liefern beides nebeneinander:

Mit einer dieser Quellen erscheinen zwei weitere Ansichten:

Für beides brauchst du nichts außer der Datei, die du ohnehin heruntergeladen hast.

Danach die Website selbst crawlen

Eine Keyword-Datei beschreibt die Nachfrage; ein Crawl beschreibt, was du tatsächlich veröffentlicht hast. So erzeugst du einen:

  1. Installiere den Screaming Frog SEO Spider. Die kostenlose Version deckt 500 URLs ab — bei kleinen Websites oft die gesamte Seite.
  2. Gib deine Domain ein und klicke auf Start. Warte, bis der Crawl bei 100 % ist.
  3. Öffne den Tab Internal, stelle den Filter auf HTML und wähle Export. Speichere die CSV-Datei.
  4. Optional, aber lohnend: Bulk Export → Links → All Inlinks. Das ist der Linkgraph.

Zieh die erste Datei hinein, und das Tool wechselt automatisch in den Seiten-Arbeitsbereich — der Dateityp wird erkannt, du musst keinen Modus wählen. Du bekommst die Themenkarte deiner bestehenden Website, eine Ansicht Probleme mit allem, was der Crawl belegen kann (kaputte Seiten, Weiterleitungen, verwaiste Seiten, dünner Inhalt, doppelte und fehlende Titles, fast identische Seiten) und Link-Ideen: Seitenpaare zum selben Thema ohne Link dazwischen. Lade den All-Inlinks-Export als zweite Datei, und bereits verlinkte Paare werden herausgefiltert — übrig bleiben echte Lücken.

Das Tool fasst deine Website nie an

Screaming Frog crawlt — auf deinem Rechner, unter deiner Kontrolle. Der Export wird danach in deinem Browser gelesen wie jede andere Datei. Hier wird keine einzige URL abgerufen; deshalb kann auch die Website eines Kunden ohne Auftragsverarbeitungsvertrag durchlaufen.

Zwei Dinge, auf die du achten solltest

Teile jedes Cluster über etwa fünfzehn Keywords auf. Große Cluster verstecken oft zwei Intentionen. Unser eigenes größtes Cluster ist ein gutes Beispiel: gut zwanzig Begriffe, alle korrekt zum Thema Keyword-Clustering, aber die eine Hälfte wollte eine Erklärung und die andere ein Werkzeug zum Benutzen — zwei Seiten, nicht eine. Das ausführliche Beispiel steht hier.

Schreibe nicht jedes Cluster. Eine Keyword-Liste beschreibt einen Markt, keine Verpflichtung. Nimm die drei oder vier, die du wirklich besser schreiben kannst als das, was aktuell rankt — und prüfe das, indem du das Hauptkeyword tatsächlich googelst. Wenn Seite eins komplett aus großen etablierten Marken besteht, nimm stattdessen das engere Thema daneben.

Probier es mit deinem eigenen Export

Kostenlos bis 5.000 Keywords, ohne Konto, und die Datei verlässt deinen Browser nie. Größere Listen sind auch kostenlos — frag einfach.

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